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Gelegenheit macht Spaß - Ein Kleid namens Name

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Was ich als Bürger dieser Welt gedacht,
In Worte ihres Untertans zu kleiden.
- F. Schiller, Don Karlos -

Die Phase des unschuldigen, puren Spielens haben versierte Videogame-Zocker längst hinter sich gelassen. Hat man früher dreimal am Tag Mario Land am Game Boy durchgespielt, geht jetzt ein Großteil für das Vorgeplänkel eines herbei antizipierten Spiels drauf. Erste News, Screenshots und schließlich Videos liegen im Visier der Begierde. Doch auch dieses Verhalten wurde im Lauf der Jahre um eine Komponente erweitert: Die Klassifizierung von Videospielen als Teil einer entarteten eigenen Argumentation innerhalb einer Diskussion.

Nomen novum non creat
Geht man zurück in der Zeit gab es seit jeher den Begriff des Gelegenheitsspielers. Auch den des Hardcore-Spielers gab es. Im Gegensatz zu heute waren die Begriffe eindeutig definiert. Gelegenheitsspieler widmen sich einem Die Sims, bevorzugen schnelle Spielchen oder aber spielen einfach weniger als der aktive Zocker. Hardcore-Spieler hingegen gaben ihren ureigensten masochistischen Veranlagungen nach und stürzten sich auf die härtesten Nüsse.
Heute gibt es diese Hardcore-Spieler nicht mehr. Nein, natürlich gibt es sie noch, aber sie sind bezeichnungslos, tun aber das, was sie immer taten. Auch die damaligen Gelegenheitsspieler tun das, was sie immer taten. Und letztlich tun die normalen Zockerfreunde ebenfalls dasselbe wie zu früheren Zeiten. Nur eines hat sich verändert: Die Nomenklatur ist eine andere.

Et tu, Iwate?
Wer letzten Endes die veränderte Nomenklatur durchgesetzt hat, kann nicht mehr zurückverfolgt werden. Ein einschneidendes Ereignis hingegen waren Nintendos Non-Gamer-Ankündigungen, also Spiele für Leute, die keine Videospiele spielen. Nintendogs und Brain Training waren die Vorzeigetitel dieses Programms. Den Durchbruch fanden die neuen Namensbezeichnungen dann, als das Lineup für Nintendos Wii-Konsole ebenfalls einige dieser Non-Gamer-Spiele anpries. Zum Konsolen-Launch gab es das Spiel für jedermann, Wii Sports, dazu die Minispielsammlungen Wii Play und Rayman Raving Rabbids von Ubisoft. Gleichzeitig gab es auch Zelda und Red Steel, aber das Novum blieb bestehen: Software, mit der auf eine neue Zielgruppe abgezielt wurde, hatte einen ebenbürtigen Rang zum gewohnten Spieleallerlei inne. Dazu beigetragen hat Nintendos Marketing, das die Konsole ganz abseits jeglicher Freak-Marotten dem neuen Publikum vorführte.

Einem starken Anfang folgte auf der Wii-Konsole eine längere Dürrezeit, verstärkt durch das Fehlen jeglicher Drittherstellerbemühungen. Deren Verhalten brachte vermutlich den Ausschlag hin zur neuen Namenskultur unter Spielern. Die Nintendo-eigene Software wird nach wie vor von den meisten Fans sehr geschätzt, durch das Fehlen größerer, ernsterer Drittherstellerprojekte, stattdessen der Ankündigungen billiger Ports und Minispiel-Party-Sammlungen in Massen wegen, aber zeichnete sich ein übergreifendes Angebotsbild ab. Da stachen Titel wie Metroid Prime 3, Zak and Wiki oder Guitar Hero 3 positiv hervor, wurden aber weggeschwemmt von einer Tsunami bestehend aus mittelmäßigen Titeln bis hin zu richtiggehendem Schrott. Zu diesem Schrott wurden nach und nach eben jene Spiele für Non-Gamer gezählt, die alles andere als Abfall waren, nur eine neue Zielgruppe ansprachen, die mit dem aktiven Gamer unvereinbar scheint.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
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