Manche Spiele durchleben eine stark
Evolutionphase von der ersten Präsentation bis hin zum finalen Produkt.
Anfang 2008 wurde ein Spiel vorgestellt auf das diese Beschreibung
gut passt: Spyborgs, ein Spiel von der bekannten Softwareschmiede Capcom. Vielleicht
auch nicht ganz überraschend für die Entwickler und Publisher selber, erbte das Spiel wegen
seines bunten und schwachen Grafikstils viel Kritik, Gelächter und
Kopfschütteln von Videospielfans und Presse. So haben sich die
offiziellen Entwickler Bionic Games und Capcom dann doch entschieden
in eine etwas andere Richtung mit dem Spiel zu gehen. Aus der bunten
Zeichentrick Satire mit Action-Einlagen und Minispielen, wurde ein
etwas dunkles und ernsthaftes Action-Beat'em Up. Doch war die
Änderung nun zum Besseren oder hätte man sich vielleicht doch nicht
so stark von außerhalb beeinflussen lassen sollen?

Spyborg Corporation stellt ein
Sie sind ein erfahrender Soldat, erfolgreicher Sportler oder super Genie, doch ein Unfall oder Kampfverletzung hat sie stark gehandikapt? Dann bewerben sie sich doch bei der Spyborg Corporation. Mit ihrer Cyborg-Technologie ist es nicht nur möglich jede körperliche Behinderung auszugleichen, nein, ihre Fähigkeiten können auf übermenschliche Weise gesteigert werden und gleich noch einen Flammenwerfer drauf packen. Damit verpflichten sie sich allerdings zum Wohle der Nation an vorderster Front das Land zu beschützten. Doch in letzter Zeit sind große Unruhen bei der Bevölkerung aufgekommen. Immer mehr Spyborg-Agenten verschwinden auf mysteriöse Weise. Um die Angelegenheit noch schlimmer zu machen, wird gerade das Hauptquartier der Spyborgs vom ehemaligen Teamführer Jackal angegriffen. Er sehnt sich nach mehr Macht und hat eine Splittergruppe der Spyborgs ins Leben gerufen, die zusammen seine Ziele verwirklichen wollen. Nur noch vier Spyborgs sind übrig, die sich ihm entgegen stellen können: Seine ehemaligen Teamkollegen, die Ninja-Cyborgin Clandestine, der ausgemusterte Soldat Stinger und der Wissenschaftler Voxel mit seiner Schöpfung, dem Roboter Bouncer. Die Geschichte klingt nicht nur extrem kitschig, Dialoge, Sequenzen und allgemein die ganze Präsentation der Geschichte könnte aus einer 08/15-Samstag-Vormittag-Zeichentrickserie stammen. Das ist aber nicht Zufall, sondern auch genau so gewollt und gibt Spiel und Plot seinen Charme. Allerdings ist die Umsetzung nie übertrieben gestaltet und nimmt sich manchmal dann doch ernster als man denkt. Man merkt schnell wie diese Elemente über die Original-Idee einer Satire geklatscht wurden. Das hat zur Folge, dass man als Spieler nicht ganz weiß, was die Entwickler nun wirklich am Ende erreichen wollten.












